Warum können wir nicht alle ein wenig netter zueinander sein?
Was heißt eigentlich nett sein? Offiziell bedeutet nett: freundlich, zugewandt und angenehm im Umgang – also aufeinander zuzugehen, den anderen mitzudenken und sich ein kleines bisschen verbunden zu fühlen, als Mensch.
Nett sein heißt nicht, auf Kommando zu lächeln. Nicht immer einer Meinung zu sein. Nicht alles gut zu finden.
Nettigkeit im Alltag würde bedeuten, Dinge nicht einfach liegenzulassen. Keine Vape-Verpackungen auf die Straße zu werfen. Die Hinterlassenschaften von Kleinpfiffi nicht zur Tretmine für andere zu machen. Nicht alle gleichzeitig in die U-Bahn zu drängen. Und sich im Auto nicht anzumaulen, als wäre das Teil der Grundausstattung.
Kleinigkeiten. Und doch machen sie den Unterschied.
Und klar: Es ist nicht alles Murks. Jeden Tag werden Millionen Menschen vorgelassen. Jeden Tag wird sich bedankt. Jeden Tag klappt das Miteinander. Aber millionenfach eben auch nicht.
Wo kommt das her? Diese Gereiztheit. Diese Härte. Dieses permanente Gegeneinander. Ist das ein Auswuchs einer durchoptimierten, neoliberalen Welt? Oder war es schon immer so – und wir merken es heute nur deutlicher?
Dabei scheint die Sehnsucht nach einer schönen Welt riesig zu sein. Nach Respekt. Nach Ruhe. Nach einem besseren Umgang miteinander.
Also schauen viele zu anderen und deren schöner Welt. Doch der Blick fällt oft auf polierte Profile. Auf perfekt kuratierte Leben, die auf Instagram stattfinden. Die schöne Welt wirkt dort nah – und fühlt sich gleichzeitig weit weg an.
Wir kleiderhelden haben eine Sehnsucht nach Nettigkeit. Nach einer sachlichen, dezenten Nettigkeit. Und gerne auch nach Nettigkeit mit einem kleinen Augenzwinkern.
Denn Nettigkeit hilft. In allen Lebenslagen.
Im Kleinen, wenn der Nachbar nicht in den Haufen tritt. Und genauso im Großen, wenn sich die Nationen dieser Erde mit Respekt begegnen.
Diese Hoffnung baut sich auf. Bis zum nächsten, versehentlich in die Social-Media-Timeline gespülten Stuss. Oder einem Blick in die Zeitung.
Und doch beginnt Nettigkeit immer wieder genau hier: im echten Leben. Im Kleinen. Zwischen uns.
Und vielleicht wäre das schon ein großer Anfang, der viel verändern könnte – wenn wir bewusster nett wären.